18 Juli

Die längste Anreise aller Zeiten

Arrhoi!

von Bremen, nach Hamburg, nach Paris, nach Glasgow, nach Paris, nach Los Angeles, nach Vancouver. Klingt komisch? War aber so.

Unsere Anreise nach Vancouver verlief nach dem Motto „Das kannste‘ schon so machen, aber dann isses‘ halt kacke“…
Alles begann Donnerstagnacht als wir online für unseren Flug einchecken wollten und uns die air france App mitteilte, dass ein Check-In leider nicht möglich sei, da wir kein ETA haben. Ein wat?! 😱

Google klärte auf, dass Kanada seit November 2016 ein Online-Einreisevisumsverfahren ähnlich der USA eingeführt hat. Zum Glück kann man dieses relativ spontan beantragen und bekommt anders als bei den USA auch binnen 20 min eine Bestätigungsmail. Ein Online Check-In war aber trotzdem nicht mehr möglich.

Abgesehen von dieser kleinen Ausbremsung war die Anreise nach Hamburg und der erste Flug kein Problem. In Paris hatten wir 2,5 Std Aufenthalt. Das Boarding für den Flug nach Vancouver verzögerte sich auf Grund eines „technical checkups“, aber dann konnten wir doch losfliegen.

Nach ca. 2,5 Stunden fiel zum Mittagessen das Boardsystem aus. Wir schon so „Geil sind ja nur noch 7,5 Stunden Flugzeit“ 😅
Nach dem Essen fiel plötzlich das Licht aus bzw wechselte von voller Beleuchtung auf Nachtlichtmodus. Dann die Durchsage des Piloten: „Wir haben ein technisches Problem und können den Flug leider nicht fortsetzen. Wir fliegen zurück nach Paris.“ Die Verwirrung der Leute war groß, aber die Crew bliebt ruhig beantwortete Fragen mit „Wir wissen leider auch nicht mehr“ und lächelte viel.

Nach 30 min eine weitere Durchsage des Piloten „Here is your captain again, we don’t fly back to Paris. We do an emergancy landing right now.“ Als nächsten wurde man gebeten sich mit den Sicherheitsinstruktionen vertraut zu machen. Schock!

Oh Gott – Was zur Hölle ist los, dass wir nicht mehr zurück nach Paris fliegen können? Wo sind wir überhaupt? Momentan sieht man nur Wasser, die Flightmap zeigt Island in der Nähe an.

Das nächste was man merkte war, wie die Maschine in den deutlichen Sinkflug ging. Blick aus dem Fenster: Wolkendecke. Bitte keine Wasserlandung. Immer noch Wolken. Dann die Erlösung: LAND. Mit einem weiterem Blick aus dem Fenster sah man während des Landeanfluges Hanger mit der Aufschrift Glasgow und ein Polizei- und Feuerwehraufgebot.
Noch immer wussten wir nicht was genau los ist, aber die Maschine stand sicher auf dem Boden. Wieder eine Durchsage, dass die Feuerwehr jetzt das Flugzeug von innen und außen inspizieren würde. Man möchte weiterhin ruhig und angeschnallt bleiben. Die Feuerwehr kommt rein und ich muss angeschnallt auf meinem Platz bleiben? 😱

Ich kürze hier die Häppchenkommunikation, die uns ereilte mal ab: Nachdem die Feuerwehr die Situation geklärt hatte (kokelnder Akku im Gepäckraum), mussten wir 5 Stunden auf ein Ersatzflugzeug warten. Zudem durften wir unser Flugzeug nicht verlassen.

An diesse Stelle möchte ich eine Lanze für die Crew brechen, die hat sich echt mega verhalten. So professionell und ruhig. Sie taten alles daran die Menschen zu beruhigen und auch ruhig zu halten. Verteilten Süßigkeiten und Wasser 👩🏻‍✈️👨🏻‍✈️👍🏻

Nach dem Flugzeugwechsel (im Entenmarsch über das Rollfeld) waren wir 1,5 Stunden später wieder in Paris.

Immer noch keine Info darüber was als nächstes passieren würde. Wann fliegen wir weiter? Wo werden wir übernachten?

Wieder in Paris wurden über 300 Leute gebeten sich an das Servicepersonal zu wenden. Nach ewigem Schlange stehen am Serviceschalter, beim Shuttlebus auf dem Weg zum Hotel und am Check-In beim Hotel, lagen wir um 1:30 Uhr endlich todmüde und völlig am Ende in unseren Betten. Ohne Information wie und wann es weitergehen würde. Nur das wir uns am nächsten Tag pünktlich um 8 Uhr am air france-Schalter einzufinden hätten. Die Mitarbeiter würden über Nacht einen Plan ausarbeiten. Wir waren nun fast 24 Stunden unterwegs und haben eigentlich nur die Strecke Bremen-Hamburg-Paris geschafft…

Am nächsten Morgen standen wir mit all den Anderen (man kannte sich ja mittlerweile) also zur Abwechslung mal wieder Schlage bei air france. Man wurde weiterhin als „das Problem“ behandelt. Annehmlichkeiten Fehlanzeige. Wenn so die Problemlösungskompetenz von air france aussieht, na dann gute Nacht.
Nach 2,5 Stunden waren Alex und ich an der Reihe. Eine Stunde suchte die Dame am Schalter eine passende Route für uns. Alles wäre ja ausgebucht und es ist ja so schwer jetzt etwas zu finden. Eh ja nicht meine Schuld?! 😡

Auf Grund unseres bestehenden ESTAs kam für uns auch eine Route mit Stoppover in den USA in Frage. So buchte die Dame uns über Los Angeles nach Vancouver. Mit quasi sofortiger Weiterreise. Zudem leierte ich ihr noch zwei zusammenhängende Plätze und den Vorteil skypriority aus dem Ärmel. Schließlich haben wir keine Zeit für lange Sicherheitsschlangen, das Boarding war schon in 45 min!
In der Tat hat so die Passkontrolle und der Sicherheitscheck nur insgesamt 10 min gedauert. So blieb uns noch Zeit uns mit einem Java Chocolate Chip Frappuccino von Starbucks zu belohnen. Neuer Tag, neues Glück 😍

Aber man soll den Tag ja bekannterweise nicht vor dem Abend loben: in der Umsteigezeit von 1 Stunde ging es im Schweinsgalopp aus dem Flieger in L.A., durch die Passkontrolle, zur Gepäckhalle den Koffer vom Band holen, Koffer wieder aufgeben und gefühlt durch den halben Flughafen zum Anschlussterminal und wieder in die Sicherheitskontrolle. Als wir am Gate waren, hätte das Boarding eigentlich schon lange laufen sollen, aber wen wunderts? Flugverspätung 🙈😅 #FAIL

Man muss sich das mal vorstellen, wie lange wir am Ende für einen eigentlich 10 Stunden Flug von Paris nach Vancouver unterwegs waren: 54 Stunden…von Samstagmorgen 2:30 Uhr bis Montagmorgen 8:30 Uhr…😒

Wir sind aber am Ende endlich in Vancouver angekommen und können nun in unseren schönen Urlaub starten 😊

Mareike
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